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Willkommen in Condra

Kategorie: Intime
Veröffentlicht: Dienstag, 29. Dezember 2009

Ein alter Mann sitzt am Wegesrand auf einem großen Stein, in der einen Hand hält er einen Wanderstab, in der anderen eine tönerne Flasche, aus der er gierig trinkt.

Als er dich näher treten sieht blickt er auf. Seine Augen sind freundlich, und seine Nase rötlich. Er zieht seinen Hut ein wenig zurück und sein Blick streift musternd deine ganze Gestalt.

Hydracor zum Gruße, fremd hier, wat?

begrüßt er dich freundlich. Du nickst freundlich zurück und er weist dir einen Platz neben sich auf dem Stein. Die Flasche reicht er dir ebenfalls

Zum ersten Mal in Condra? Na dann, herzlich willkommen. Ich hoffe, Jung, dat du dich hier wohl fühlst. Gib nix op de Gerüchte die derzit so kursieren... wir sind ein nettes Völkchen, ein freies Völkchen...

Du trinkst einen Schluck aus der dir angebotenen Flasche und eine scharfe Flüssigkeit bahnt sich den Weg deine Kehle hinab. Während der unbändige Zwang zu Husten in dir aufsteigt und die gereizte Kehle erneut passiert, denkst du dir noch was du einmal über jemanden gehört hast, der in Condra vergiftet wurde... Kein Wunder... wenn der freiwillig nach hier kommt...

 

Tröte

Kategorie: Bibliothek
Veröffentlicht: Freitag, 01. Januar 2010
Geschrieben von Anke

TröteEine verhüllte Gestalt öffnet leise die Türe.

Psst, komm schnell rein! Dass dich keiner sieht!

 

Das ist aber auch mal wieder ein Sauwetter, hmm? Naja, Tharemis halt.

 

Hast du gut her gefunden? Prima. Ja, wir hätten auch lieber eine öffentliche Halle irgendwo am Markt, aber du weißt ja, wie das ist. Die Tröte schreibt die Wahrheit – und da findet sich dann immer wer, der das lieber unter den Tisch fallen lassen will.

Der Herausgeber meint, wir müssen da aufpassen. Und der weiß sowas.

 

Was? Nee, ich kenne den auch nicht. Nicht persönlich. Niemand kennt den. Es heißt, er habe keine Wohnung und wandere Tag und Nacht durch das Land. Einige sagen, er lebt in einem Karren, damit er nie zu lange an einem Ort weilt. Heute noch ist er da, spricht mit Leuten, lebt mit dem Volk und schon am nächsten Tag ist er wieder verschwunden. Zack – und nur Radspuren verbleiben in der Erde.

 

Manche behaupten, seine Mutter habe ihn in den Gassen von Tileam ausgesetzt und er habe ich dort alleine hochgekämpft. Jahrelang nur von Ratten gelebt und so. Andere behaupten, er lebt in der Ratsburg, sei gar Archont. Einige sagen, er sei in Wahrheit gar nicht aus diesem Land. Aber ich sage dir – das ist ein Condrianer. Bis ins Mark!

 

Jetzt häng das Kopftuch erst mal da vorne auf und setze sich. Das hier sind alle Tröten, die bisher erschienen sind. Wenn du begreifen willst, was in diesem Land passiert – hier findest du alles, was du wissen musst.

 

Denn ein freies Volk braucht eine freie Stimme. Sagt der Herausgeber.

Mit diesen Worten lässt dich die Gestalt alleine und gibt dir die Chance, die sauber archivierten Texte zu studieren.